Grundsätze


Folgende Grundsatzerklärung wurde von der Mitgliederversammlung am 19. Oktober 2004 einstimmig angenommen.

Allfällige Kommentare oder Abänderungsvorschläge können an roudefiisschen@yahoo.de gerichtet werden.



Sozialismus oder Barbarei


Wir leben in der Epoche des entwickelten Imperialismus, die gekennzeichnet ist durch die immer stärker vorherrschende Macht des Monopolkapitals. Diese Epoche ist, wie Lenin definiert, „die Epoche des faulenden und sich zersetzenden Kapitalismus“. Nach zweihundert Jahren Klassenherrschaft der Bourgeoisie, des sich weltweit immer unbarmherziger durchsetzenden Kapitalverhältnisses, des Zwangs der Profitmaximierung, der alle Lebensbereiche umfassenden Warenproduktion, steht diese Welt vor einem Zustand absoluter Barbarei: eine Million Hungertote pro Woche, ein Drittel der Menschheit, die in den Ländern der Peripherie in absoluter Armut leben, Millionen von Menschen, die in den entwickelten imperialistischen Staaten arbeitslos und auf Sozialhilfe angewiesen sind, Millionen von Menschen, denen es in den Zentren wohl materiell befriedigend geht, die aber völlig entfremdet kaum einen Sinn in ihrem Leben sehen, die Verwandlung von Produktiv- in Destruktivkräfte, die ständige Zunahme von Kriegen, terroristischen Gewalttaten und Völkermorden, die unbegrenzte Ausbeutung von Mensch und Natur, die schlicht und ergreifend nicht nur das Überleben der Menschheit sondern auch der Tier- und Pflanzenwelt in der Natur auf die Tagesordnung stellt, der weltweite kulturelle Niedergang, die moralische und gesellschaftliche Dekadenz, zuletzt die hegemoniale Weltherrschaft der USA, deren Monopolkapital jedwede Gesetze und Legalität ignoriert, um ihre weltweite Diktatur zu errichten.

All dies kann man getrost mit dem Begriff Barbarei umschreiben und es ist das „stolze Ergebnis“ der Klassendiktatur der Bourgeoisie, die einst angetreten war mit dem Anspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“und dabei der gesamten Welt nichts gebracht hat, als Hunger, Elend, Verzweiflung, Zukunftslosigkeit, Krieg, millionenfache Massenmorde, Faschismus und imperialistische Diktatur.


Unser Ziel


Die Klassenherrschaft der Bourgeoisie, das Kapitalverhältnis, der Imperialismus, das Patriarchat, die Wertmäßigkeit und Warenproduktion sind nicht reformierbar. So wie die bürgerlichen Staaten, Instrumente der bürgerlichen Klassenherrschaft nicht übernommen, sondern durch die Klassenherrschaft der Lohnabhängigen in der Übergangsform des Sozialismus als erster Schritt zum Kommunismus ersetzt werden müssen, so müssen die Produktionsmittel der herrschenden Klasse dieser entrissen und den Produzenten und der Gesellschaft übereignet werden.

Unser Ziel ist der Kommunismus, das heißt die klassenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft, in der die Emanzipation des Einzelnen die Bedingung der Emanzipation aller ist und umgedreht.

Um die absolute Gleichheit zu erreichen, ist es unerläßlich, die absolute Ungleichheit aller Menschen anzuerkennen. Der gesellschaftliche Zustand dieses Verhältnisses der allseitigen Emanzipation des Menschengeschlechtes trägt den Namen Kommunismus.“ (Marx: „Erster Brief an Michael Bakunin betreffend die Auseinandersetzungen in der Internationale“)


Das Mittel dieses Ziel zu erreichen : Sozialismus


Der Sozialismus ist laut Marx „der erste Schritt des Menschen aus der Vorgeschichte heraus hinein in die Geschichte“. Der Sozialismus bedingt die Enteignung aller Produktionsmittel und ihre Vergesellschaftung im sozialistischen Staat. Ziel dieses Staates als Herrschaftsform der Lohnabhängigen ist es, die Vorbedingungen zum Übergang zum Kommunismus zu leisten. Dies heißt konkret, daß alle Produzenten die Möglichkeit haben müssen, über das Ziel, die Methodik, die Formen usw. der Produktion zu bestimmen. In der Tat kann es keinen Sozialismus geben, ohne einerseits die wissenschaftliche Planung der Produktion und andererseits die allseitige Selbstbestimmung der Produzenten in allen Fragen der Produktion, der Gesellschaft, des Staates und des Überbaus.

Wenn in der bürgerlichen Gesellschaft „Demokratie“ nichts anderes ist als eine Form der bürgerlichen Klassenherrschaft, die zum Ziel hat, die wirkliche Diktatur der Bürgerklasse zu bemänteln, so kann es andererseits keinen Sozialismus geben ohne allseitige Selbstbestimmung aller Menschen in allen Feldern der menschlichen Tätigkeit. Die Form dieser allseitigen Selbstbestimmung werden die Räte in allen Bereichen der Gesellschaft sein, sowie andere Formen der direkten Demokratie unter Nutzung der Möglichkeiten der Informatik – im Gegensatz zur bürgerlichen Stellvertreterdemokratie.

Eine klassenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft kann nur erreicht werden, wenn das Patriarchat, die Basis zur Herausbildung aller Klassen in der menschlichen Gesellschaft (siehe hierzu Engels: Ursprung der Familie), in der Gleichberechtigung der Geschlechter aufgelöst wird. Patriarchalen Sozialismus oder patriarchalen Kommunismus kann es nicht geben.

Das Ziel des Sozialismus als Klassenherrschaft der Lohnabhängigen ist seine eigene Abschaffung und der Übergang ins „Reich der Freiheit“ (Marx)


Unser Verständnis der Kommunistischen Partei


Um die Klassenherrschaft der Bourgeoisie zu stürzen und den Sozialismus als ersten Schritt zum Kommunismus zu errichten und weiterzuentwickeln, bedarf es einer Partei, die die historischen Aufgaben der Arbeiterklasse und der Lohnabhängigen - die klassenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft - durchzusetzen vermag. Diese Partei kann nur Avantgardecharakter haben, da laut Marx und Lenin, die Vorstellung von Sozialismus und Kommunismus nicht spontan in der Arbeiterklasse und innerhalb der Lohnabhängigen entstehen kann, sondern von außen als Alternative in die ausgebeuteten Klassen hineingetragen werden muß: daher ist eine Kommunistische Partei notwendig.

Allerdings wird diese Partei nicht durch Selbstdeklaration zum Instrument der sozialistischen Veränderung, sondern sie muß durch ihre Praxis der Arbeiterklasse und den Lohnabhängigen beweisen, daß sie fähig ist, die richtigen Antworten auf die Krisenhaftigkeit der bürgerlichen Gesellschaft zu geben.


Dies bedingt, dass die Kommunistische Partei den Pluralismus innerhalb des Kampfes um die gesellschaftliche Alternative anerkennt und nur mittels korrekter Analysen und politischer Vorschläge fähig sein wird, den Wechsel zum Sozialismus hervorzubringen. Nur die Praxis wird und kann entscheiden, ob eine Kommunistische Partei ihren Ansprüchen gerecht wird.


Um korrekte Analysen der weltweiten und nationalen Realitäten liefern zu können und fähig zu sein, politische Lösungen mit dem Ziel des Sozialismus und Kommunismus anzubieten, müssen innerhalb der Partei Bedingungen absoluter Tendenz-, Analyse-, Diskussions- und Meinungsfreiheit herrschen. Marxistisch-Leninistische Methodologie der Analyse und Ergebniserarbeitung bedarf der absoluten demokratischen Rechte und Freiheiten innerhalb der Organisation und nach außen. Alle analytischen, strategischen und taktischen Divergenzen innerhalb der Partei dürfen und müssen nicht nur innerhalb der Partei offen und ohne Beschränkung dargestellt und diskutiert werden: im Interesse der theoretischen und politischen Glaubwürdigkeit der Partei dürfen und müssen diese Divergenzen auch nach außen getragen werden, damit für marxistische Diskussionen und Alternativen eine Öffentlichkeit geschaffen werden kann, die sich nur positiv für den Marxismus und die Partei im Überbau auswirken wird. Kein Parteimitglied darf wegen auftretenden Divergenzen theoretischer, politischer oder analytischer Natur ausgeschlossen werden.


Die Partei kann und darf kein monolytischer Block sein, diese Vorstellung von Widerspruchslosigkeit widerspricht dem Wesen von Marxismus und Leninismus.




In diesem Sinne können die Kommunisten ihre Theorie in dem einen Ausdruck:
Aufhebung des Privateigentums zusammenfassen.“

Marx/Engels, Manifest der Kommunistischen Partei.


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