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Die militärische Stärke Israels und seine agressive Militärpolitik im Nahen Osten


Israel, mit einer Bevölkerung von sechs Millionen Menschen, besitzt derzeit 200 nukleare Bomben, die dem letzten Schrei der Atomwaffentechnik entsprechen. Die nukleare Waffengewalt Israels erlaubt diesem Land ohne weiteres, mit Frankreich und China zu konkurrieren; aber auch auf dem Gebiet der biologischen Waffen gilt Israel als eine gewaltige Macht, nicht nur im Mittleren Osten. Diese Tatsachen wurden bislang in der Weltöffentlichkeit verschwiegen. Dies obwohl Israel auch ein strategisches Konzept besitzt, um diese Waffen einzusetzen. Das Land stellt somit eine nicht vorstellbare Gefahr für den Frieden nicht nur im Mittleren Osten dar.


Das Waffenarsenal Israels ist nicht auf 200 thermonuklearen Bomben begrenzt, sondern es umfaßt darüber hinaus eine große Anzahl von Cruise Missiles mit 950 mm nuklearen Sprengköpfen, die von seinen modernsten U-Booten aus gezündet werden können. Die als „Ethno-Bombe“ bezeichnete tödliche biologische Bombe und ein nuklearer Reaktor in Dimona, große Mengen an chemischen und nuklearen Waffen, auf Kleinstformat gebracht, schmücken das Waffenarsenal der zur effektivsten Armee der Gegenwart hochgerüsteten Nation. Chemische und biologische Waffen werden im militärisch hochgesicherten Institut Nes Tziyona produziert. Die Militärbasis The Bor in Tel-Aviv ist die nukleare Kommandozentrale auf dem militärischen Lufttstützpunkt Tel Nof. Außerdem gibt es aufs ganze Land strategisch verteilte nukleare Waffenplattformen, Abschußbasen für Raketen und Luftwaffenstützpunkte. Die Nuklearwaffenplattformen befinden sich im Norden in Rafael, Yodefat und Eilburn, in The Bor, Nes Zionyaa und Soreg im Inneren des Landes und der Nuklearreaktor ist im Süden. Die Raketenbasen befinden sich in Be´er Yaakov und in Hirbat Zekharyah. Die Luftstreitmacht ist eher in Tel Nof und in Paalmikhim konzentriert.


Der Vater der israelischen Atombombe ist Ernst David Bergman, der im Jahre 1952 die Isotopen-Forschungsabteilung des „Wissenschaftlichen Instituts Weisman“ gegründet hat. Die USA hat in diesem sogenannten wissenschaftlichen Rahmen die israelischen Forscher ausgebildet, ihnen großzügigen Technologietransfer zur Verfügung gestellt und 1955 im Rahmen des „Atomprojekts für Frieden“ einen kleinen Nuklearreaktor gebaut. Frankreich hat, finanziert durch die USA, in der Wüste Negev in Bersheeba den Nuklearreaktor „Dimona“ gebaut, der im Jahre 1964 in Betrieb genommen wurde.


Die Vorbereitungsarbeiten zum NuklearreaktorDimona“ wurden in einer kurzen Phase im Geheimauftrag der CIA von einer belgischen Firma mit dem Namen „Tracer Laboratorium“ getätigt. Israel hat die Existenz dieses Reaktors zunächst stets geleugnet, aber 1973 haben israelische Abfangjäger einen libyschen und 1976 sogar einen eigenen Jet, der in der Nähe des Reaktors flog, abgeschossen. Außerdem hat Israel schon 1960 mitten in der Wüste Negev seine ersten Atombombenversuche getätigt. Israel war schon während des Yom-Kippur-Krieges im Besitz von 20-30 Atombomben. Als dann aber die Entwicklungen auf dem Gebiet der Aufrüstung schneller als vorprogrammiert voranging, und der Vorrat an anreicherungsfähigem Uran aus der Wüste Negev nicht ausreichte, hat sein berühmt-berüchtigter Geheimdienst Mossad sich in das Geschäft eingemischt: Uranschmuggel aus England und Frankreich, der aus geheimen Staatsressourcen finanziert wurde, stellte die Entwicklung des Atomwaffenarsenals sicher. 1968 bekam Israel aus der BRD 200 Tonnen Uraniumoxid. Unter Vermittlung einer amerikanischen Firma kam Israel an angereichertes Uran aus Südafrika, dessen damalige Apartheidregierung bei solchen Geschäften keinerlei Bedenken hatte.


Am 22. September 1979 unternahm Israel einen weiteren Atombombentest im Indischen Ozean. Weitere drei Versuche, die Israel leugnete, wurden später aufgedeckt. 1971 verkaufte die Nixon-Regierung die für eine stärkere Atombombe notwendigen „Kryston switches“ an Israel. Die Carter-Regierung übergab Israel Satellitenfotos des irakischen Nuklearreaktors „Osirak“, die mit dem Spionagesatelliten KH-11 aufgenommen wurden. Alle drei Präsidenten der USA, Nixon, Carter und Reagan, haben mit Israel in verschiedenen Perioden ihrer Machtzeit hochgradige nukleare Technologietransfers getätigt. Im Zeitraum von 1973 bis 1980, hat Israel sein Atomwaffenprogramm beschleunigt weitergeführt. Ein ehemaliger Techniker des Dimona-Reaktors hat am 5. November 1986 der Zeitung „London Times“ bei einem Interview erklärt, daß Israel über 200 weitentwickelte und verkleinerte Atombomben verfügt, und daß der berüchtigte Dimona-Reaktor jährlich 10-12 thermonukleare Atombomben produziert. Dieser Techniker mit Namen Mordehay Vanunu wurde durch eine Geheimoperation von CIA und Mossad-Agenten aus England entführt und in einem Geheimgericht zu 18 Jahren Einzelhaft in einer Zelle verurteilt. Er wurde erst 2005 mit der Auflage, keine Interviews zu geben, freigelassen.


Israel verfügt weltweit über das drittgrößte Cruise-Missiles-Arsenal


Laut Berichte der Sunday Times vom 18. Juni 2000 besitzt Israel so viele atomare Cruise Missiles, die von U-Booten aus gezündet werden können und eine Reichweite von 950 Meilen haben, deren Schlagkraft und Effizienz verglichen mit denen der USA und Rußland weltweit auf den dritten Platz einzuordnen ist. Israel beabsichtigte damals bis Ende 2001 seine Seestreitmacht mit 4 U-Booten, von denen jedes mit vier atomaren Cruise-Raketen ausgerüstet werden kann, aufzustocken. Die nukleare Schlagkraft Israels entspricht einem vielfachen des Potential anderer Staaten im Nahen Osten und ist somit überproportional für seine „Sicherheitsbedürfnisse“.


Was seine chemischen und biologischen Waffen anlangt, bestätigen westliche Quellen, daß Israel eine große Menge von bekannten und unbekannten Waffen auf diesem Gebiet produziert, und mit seinen Experimenten sich eigentlich in eine weltweit führende Position befindet. Noch zu erwähnen wäre, daß die F-16 Kriegsjets, speziell umgerüstet wurden, um chemische und biologische Waffen zu transportieren.


Israels Militärstrategie, diese oben aufgeführten Waffen in einem eventuellen Kriegsfall mit seinen arabischen Erzfeinden oder in einem regionalen oder überregionalen Krieg einzusetzen, besteht weiterhin. Besonders mit den letzten Erklärungen von Premier Sharon vor seinem Schlaganfall wurde dies verdeutlicht: „ . . . wenn die Araber über das Erdöl verfügen, besitzen wir unsere 'Zünder' . . . “. Bei einem skrupellosen Kriegsverbrecher, der es fertigbrachte 1953 im Quibyakrieg wie 1982 in Sabra und Shatilla palästinensische Zivilisten umzubringen, der über solch ein großes Waffenarsenal unter atomaren Vorzeichen besitzt, kann nicht ausgeschlossen werden, daß er zu gegebenem Anlaß die Region in Schutt und Asche bomben wird oder gar einen dritten Weltkrieg entfacht. Schon 1962 hatte Shimon Perez unter dem Namen „Unkonventioneller Bedrängnis“ (Aydinlik, 9.12.2001) ein nukleares Konzept proklamiert, mit dem er den damaligen Status quo beizubehalten und die umliegenden Länder in Schach zu halten versuchte. Erwähnenswert ist auch der Kommentar von Robert Tucker in der Zeitschrift Commentary, der schon 1975 von einer nuklearen Erpressung Israels gegenüber seinen arabischen Feinden sprach, wodurch eine Abschreckung und Erhalt des „status quo“ gewährleistet werden sollte. Hinter dieser Angriffsstrategie steckt zweifellos die USA mit finanziellen und technologischen Mitteln. Mit US-Finanzspritze in Höhe von 2-2,5 Milliarden US Dollar jährlich, die in etwa das Militärbudget des 6-Millionen-Staats abdeckt, hält Israel seine militärische Stärke aufrecht und ist in der Lage seine agressive Politik im Mittleren Osten weiter auszubauen. Bleibt zu unterstreichen, daß die Verschwiegenheit über die militärische Schlagkraft Israels in der Weltöffentlichkeit auch ein Teil der Strategie von USA und Israel ist.


Ali San, 12.2.2006



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