Die Terroranschläge in London sind durch NICHTS zu entschuldigen



Während die Teilnehmer des G8-Gipfels (G wie „Großkopferte“ und 8 wie „zu achten“) sich zu Fragen von Klimaschutz und Armut in Afrika beraten wollten, was häufig dazu führt, daß sie sich zwar das Gewissen erleichtern, aber in Wirklichkeit viel mehr die Weltneuordnung im Sinne ihrer Interessen erneut definieren, haben angeblich die Al-Kaida-Truppen in Großbritannien einen dreifachen Anschlag auf Londons Metro- und Buslinien verübt.


Hierbei sind über 50 Tote und 950 Verletzte zu beklagen. Diese unschuldigen Menschen, die ihren alltäglichen Geschäften nachgingen, können weder für den Irakkrieg noch für den Afghanistankrieg, noch können sie mit ihrem Tod daran etwas gutmachen. Die Entscheidungsgewalt war und blieb in beiden Fällen bei den Regierenden. Sie haben die englischen Soldaten zu einem „Kreuzzug der Gleichgesinnten“ geschickt, sie wollten die „Schurkenstaaten“ daran hindern, ihr angebliches Spiel, den fundamentalistischen Islam auszubreiten, ausführen zu können.


Gewalt schürt Gegengewalt. Dadurch ist niemandem geholfen. Weder die Anzahl der täglichen Toten in Irak, noch die Anzahl der toten englischen Soldaten wird durch so einen Anschlag vermindert. Im Gegenteil. Die Positionen sind festgefahren. Ein sich Entgegenkommen im Wirrwarr der Gewaltspirale ist und wird es nicht geben. Denn alle Beteiligten des Kampfes sehen im gegenüberliegenden Camp den Feind, den es gilt, mit allen Mittel der Kampfkunst zu vernichten. Es ist viel zu viel Blut geflossen, als daß ein Versöhnen oder eine Wiedergutmachung diesen blinden Haß bändigen könnte.


Die US-Amerikaner haben mit ihren ewig verbündeten Engländern alles daran gesetzt, eine neue Weltordnung, wie sie ihre blinden Attacken gegenüber dem Orient betiteln, und ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen – koste es, was es wolle. Beide Leader der Großmächte haben sich durch die Wiederwahl in ihrer aggressiven Außenpolitik bestätigt gefühlt. Sie haben quasi vom Volk für ihr „Spiel mit den feuerspeienden Waffen“ ein klares Ja bekommen.


Dies rechtfertigt aber keinesfalls die Aggression: weder auf der einen (britischen und amerikanischen) noch auf der Seite der Terrorgruppe Al Kaida. Gewalt ist keine Lösung und Krieg schon gar nicht, um Interessen durchzusetzen. Die Verantwortung für das Aufweichen der Fronten liegt ganz eindeutig beim Volk, sie ist diejenige Kraft, die in der sogenannten Herrschaftsform Demokratie die Entscheidungsgewalt haben sollte. Wie aber zu sehen ist, hat sie es nicht gehabt. Denn es kann nicht der Wille des englischen Volkes gewesen sein, seine Söhne und Töchter für die kommerziellen und strategischen Ziele ihrer Regierung in den Tod zu schicken, gleichfalls ist es unerklärlich, warum sie für einen Tod in Metro und Bus die Zustimmung geben sollten.


Es gilt also am System der sogennanten Demokratie Grundlegendes zu ändern. Nicht die Interessen der Großkonzerne und der Oelgiganten sind für ein friedliches Zusammenleben bestimmend, sondern eine von unten gewünschte Basisdemokratie und eine Räterepublik kann dem Spiel dieser durch Medien und andere Werbetricks gewählte Elite den Garaus machen. Dies scheint zwar Utopie und eine gescheiterte Lebensform von gestern zu sein, aber die Idee des friedlichen Zusammenlebens ist nie so notwendig gewesen wie jetzt.

Mit der Hoffnung, die Vernunft der Betroffenen möge über die Gewalt der Herrschenden siegen, ist vielleicht nicht viel gewonnen, aber anderenfalls gibt es viel zu verlieren. Die Menschen dürfen ihr Leben nicht gleichgültig aufs Spiel setzen und es den Händen der verantwortungslos Handelnden überlassen. Es ist viel zu schön um darauf zu verzichten.

Ali San




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